… Single und glücklich?

Glück kann uns in vielen Formen begegnen. Glück kann sein, die beste Freundin nach monatelanger Trennung wiederzusehen. Glück kann sein, sich etwas lang Ersehntes zu kaufen. Glück kann sein, einen Sonnenaufgang anzuschauen. All diese Momentaufnahmen können jedoch eins nicht: uns von innen heraus glücklich machen. Das können nur wir selbst.

Lange Zeit dachte ich, um glücklich zu sein, bräuchte ich einen Partner. Entsprechend groß war der Frust, wenn ich länger keinen solchen hatte. Die Neigung, übereilt Beziehungen zu beginnen, wuchs enorm – ohne Beziehung war ich schließlich nicht richtig glücklich. Unzufrieden. Mir fehlte etwas und ich war sicher, dieses Etwas war ein Partner, der mich glücklich macht. Geht man nun aber mit der Erwartung von Glück in eine Beziehung und stellt fest, dass man nicht glücklicher wird, ist das ungünstig. Insbesondere, wenn man von seinem Gegenüber erwartet, dass es für diesen Glückszustand sorgt. Es funktioniert einfach nicht; man fühlt sich vielleicht besser, solange man Zeit miteinander verbringt, aber sobald man wieder alleine ist, ist man kein bisschen glücklicher und zufriedener als zuvor. Irgendwann musste ich mir daher eingestehen, dass es nicht an meinen Beziehungen lag, wenn ich nicht glücklich war. Es lag an mir. Ich war mit mir selbst unzufrieden und das hinderte mich daran, einfach befreit und glücklich zu sein.

Ich musste also lernen, aus mir heraus Glück zu verspüren; doch wie? Erst einmal musste ich mich selbst akzeptieren. So, wie ich bin. So, wie Andere mich akzeptieren sollen. Aufhören, mich zu verstellen (Das thematisierte ich ja bereits; hast du es verpasst? Hier kannst du es nachlesen: https://sojakoala.wordpress.com/2016/08/17/sich-selbst-treu-bleiben/#more-221). Aufhören, mir zu wünschen, anders auszusehen. Ich fand, mein Körper sei zu schwabbelig? Dann musste ich wohl zum Sport gehen. Ich fand, meine Haare seien langweilig? Dann musste ich wohl etwas daran ändern. Ändern ist das Stichwort – ich kann nicht erwarten, dass ich nichts tun muss und einfach ein anderer Mensch daherkommt und für mein Glück sorgt. ICH muss etwas ändern, wenn ich mit meinem jetzigen Dasein unzufrieden bin. Dann kann ich mich akzeptieren und auch glücklich sein.

Sich selber zu akzeptieren und infolgedessen glücklicher zu werden ist gar nicht mal so leicht; vermutlich hat jeder von uns etwas an sich, das ihn stört und einfach nicht zu ändern ist. Sich deswegen zu grämen, nützt allerdings rein gar nichts. Auf meinem Weg zur Selbstakzeptanz stieß ich auf den Buddhismus; warum nur kamen mir Buddhisten immer so glücklich vor? Zufällig bot die VHS ein Tagesseminar zum Thema Buddhismus an; natürlich ging ich hin. Am Ende des Tages waren mir einige Dinge klar: Kein Besitztum dieser Welt, kein anderer Mensch wird mich glücklich machen. Ich kann den Lauf der Dinge ausserdem nicht beeinflussen; was geschehen wird, wird geschehen. Und, ganz besonders wichtig: Jeder Moment geht einmal vorbei – so auch die Glücksmomente auf den folgenden Fotos.

Seit ich mir dieser Dinge bewusst geworden bin, ist es eigentlich ganz einfach, mich selbst und Dinge in meiner Umwelt zu akzeptieren. Und seit ich mich selbst akzeptiere, warte ich nicht mehr auf einen Partner, der mich glücklich macht; ich bin doch schon glücklich. Natürlich bin ich auch mal schlecht gelaunt, sauer, motzig – aber im Innern bin ich glücklich. Lerne ich nun einen potenziellen Partner kennen, frage ich mich nicht länger, ob er mir Glück beschert; ich frage mich, ob er mein Leben bereichert. Ist das nicht der Fall, fange ich auch keine Beziehung mehr an. Schließlich ist Single sein nicht schlimm; im Gegenteil, es kann ganz schön sein. Ich kann machen, was ich will. Ich muss allerhöchstens Rücksicht auf meine Katzen nehmen. Ich kann mit ihnen auf dem Sofa sitzen, freitagabends, und mich mit Chips vollkrümeln. Ganz ungestört.

Wenn ich mich danach sehne, einem Menschen körperlich nahe zu sein, kann ich dieses Bedürfnis auch durch lockere Beziehungsstrukturen befriedigen; ich kenne beispielsweise seit mehr als zwei Jahren einen Mann, den ich immer nur zufällig treffe, der eigentlich auch nicht für mehrfache Zusammenkünfte eingeplant war (besser gesagt: der mich nicht dafür einplante…), aber einfach mittlerweile einen Platz in meinem Leben einnimmt. Wir sind beide gerne Single; ich weiß nicht, ob ich mit ihm vielleicht diesen Zustand ändern würde, wenn er wollte; ich will auch gar nicht zu sehr darüber nachdenken, denn ich mag unser Verhältnis. Es ist so schön frei.

Bestimmt beginne ich irgendwann wieder eine Beziehung. Bestimmt bin ich dann auch glücklich damit, einfach, weil ich gelernt habe, dass nicht die Beziehung an sich mich glücklich macht; bis dahin führe ich jedoch weiter mein zufriedenes Singleleben und überrasche neue Bekanntschaften mit der – viel zu – ungewöhnlichen Information, dass ich keine Pille mehr nehme; warum das so ist, erfahrt ihr im nächsten Beitrag am Dienstag.

Advertisements

8 Gedanken zu “… Single und glücklich?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s