… NW/SO – Willkommen, Babyhaar!

Zwei Wochen ohne Haarwäsche. Hui. Ich hätte eine abartige Fettmatte, die nur noch am Kopf klebt, erwartet. Diese Erwartung wurde enttäuscht. 

Die letzten drei Tage war ich sehr bürstfaul; ich bin zu spät ins Bett gegangen und zu knapp vor Arbeitsbeginn aufgestanden, weswegen ich immer nur kurz über Kopf bürsten und die Haare dann nach hinten binden konnte. Zwischendurch habe ich weiterhin den Kopf gekratzt, wenn ich sowieso auf dem Sofa saß, und die Haare nachts offen getragen.
Obwohl ich so wenig bürstete, riechen die Haare nicht und sehen auch nicht super fettig aus; sie sind fettig, ja, aber sähe ich jemanden mit solchen Haaren, ginge ich nicht von vierzehn Tagen ohne Wäsche aus.

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Am letzten Wochenende ergaben sich gleich zwei Dinge; zum Einen testete ich, ob sich Sebum wirklich besser verteilt, wenn man die Haare in ein warmes Handtuch einwickelt, zum Anderen verlor ich ein wenig Haarpracht. Sehr wenig.
Legt man ein warmes Handtuch über die Haare, soll das Sebum angeblich flüssiger werden und besser ins Haar einziehen; quasi so, wie es geschah, als ich in der Wärmekabine meiner Eltern saß (Davon erzählte ich letzte Woche! https://sojakoala.wordpress.com/2016/10/21/nwso-your-body-is-a-wonderland/). Samstag testete ich das; ich hatte Zeit, die Heizung lief und ich wollte sowieso die Haare bürsten. Nach ca. zehn bis fünfzehn Minuten, die ich mit Handtuch auf dem Kopf auf dem Sofa gesessen hatte, war mein Sebum wirklich ganz wunderbar eingezogen; die Haare waren samtig und ganz leicht. An Tagen, an denen man einfach viel zu viel Sebum auf dem Kopf hat (habe ich noch nicht erlebt), ist das bestimmt eine tolle Methode, ein wenig unfettiger auszusehen.
Als ich vor dem Spiegel das Ergebnis meines Handtuchexperiments betrachtete, fielen mir meine fisseligen Spitzen auf; von Zeit zu Zeit empfinde ich sie als schrecklich dünn und ungleich. Ich schnappte mir also eine (Nagel)schere und schnitt sie ab. Soweit ich weiß, soll man Haare nur mit einer Friseurschere schneiden, allerdings vertrete ich die Meinung, dass Haare nicht wissen, womit ich schneide und dass sowieso nur Fachleute sehen, wenn meine Haare nicht perfekt geschnitten sind – mir ist daher egal, womit ich meine Haare wieder etwas in Form bringe. Kaputt gegangen sind sie bislang nicht von der Nagelschere; derzeit habe ich auch wieder hübsche Spitzen, denn die nicht mehr so schönen Enden sind nun passé. Seitdem fühlen sich meine Haare NOCH leichter an.

Um auch mal wieder mit offenen Haaren rausgehen zu können, ohne mir Gedanken um meinen Ansatz zu machen, testete ich ein paar frisurenartige Dinge. Richtige Frisuren nenne ich das nicht, aber die Haare liegen dann immerhin anders als sonst. Mit Haarreif oder nach hinten geklippten Haaren fällt der Fettansatz gar nicht mal so sehr auf.
Obwohl ich meine Haare nicht als unsagbar fettig empfinde, sind sie natürlich fettig; ich habe aber den Eindruck, dass die Umstellungsphase bei mir nicht zur Hölle ausartet.

Die beste Feststellung des bisherigen Projekts geschah ebenfalls schon am Wochenende, weswegen ich bereits etwas Zeit hatte, mich zu vergewissern, dass ich nicht träume.
Mir wachsen plötzlich viele kleine Haare. Babyhaare, wie ich sie zuletzt nach der Chemo hatte. Entlang des Ansatzes und in all meinen Scheiteln finde ich ganz kurze, flauschige Haare. Ich wunderte mich schon, weshalb meine Scheitel weniger leer aussahen (bislang fragte ich mich manchmal wirklich, ob ich Haarausfall habe), da sah ich sie auf einmal.
Entweder reagiert mein Körper mehrere Monate nach der letzten Pilleneinnahme mit Haarwuchs auf die Hormonumstellung oder es liegt am Bürsten. Vielleicht kommen auch einfach zwei positive Dinge zusammen, so dass ich auf einmal mit Haarwuchs gesegnet bin.

Meine Haare fühlen sich nach wie vor luftig und leicht an. Stehe ich morgens auf, ist es, als wäre da gar nichts. Sie sind ausserdem ganz weich; sie fühlen sich viel schöner an als zu Haarwaschzeiten. Nicht mehr so unnatürlich, sondern ganz toll. Sie glänzen auch schön und sehen satter aus als vorher.
Übrigens war ich diese Woche auch beim Sport, ohne danach zu waschen; das hat nichts geändert – sie waren vorher und hinterher genau gleich. Damit sich kein Schweiß festsetzt, habe ich nach dem Sport brav gebürstet; das scheint nicht uneffektiver zu sein als eine Haarwäsche.

Ich bin gespannt, was ich nächsten Freitag berichte. Werde ich weiterhin neue Haare bekommen? Fetten sie auf einmal entsetzlich? Traue ich mich vielleicht nicht mehr aus dem Haus?
Hier erstmal wieder aktuelle Fotos; vor gut zwei Stunden bürstete ich exzessiv und lockerte sie dann gerade kopfüber auf.

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3 Gedanken zu “… NW/SO – Willkommen, Babyhaar!

  1. Sehr interessante Reihe! Ich muss auch dringend was ändern, weil meine Kopfhaut sehr juckt. Leider sind meine Haare nach drei Tagen so fertig, das man es direkt sieht. Wie genau funktioniert das mit dem Handtuch? LG Mira

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    1. Einfach das Handtuch erwärmen (Heizung, Backofen) und dann die offenen, grbürsteten Haare einwickeln und abwarten. Ich habe jetzt immer gewartet, bis das Handtuch nicht mehr warm war. Das Sebum zieht dann ganz wunderbar von selbst ein.

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