… Fernbus fahren?

Man  könnte  meinen, nun käme ein Ökovortrag. Mitnichten.  Ich  mag  es  einfach, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. 

Vorab: Die mangelhafte Formatierung sowie die fehlenden Bilder sind der Tatsache geschuldet, dass  ich  von  meinem Handy aus blogge – verzeiht es mir!

Da  ich  in Münster  lebe,  habe  ich  kein Auto;  ich bewege mich  lieber mit einem meiner sechs Fahrräder fort.  Ist das  Wetter doch  einmal zu schlecht dafür, was eigentlich kaum möglich ist, fahre  ich  Bus.  Wollte  ich früher längere Strecken zurücklegen, griff  ich  auf die Bahn zurück – solange, bis Fernbusse in Mode kamen.

Meine  erste Fernbusreise  unternahm  ich  nach Köln. Ich stieß  zufällig darauf, dass ich statt mit dem Zug mit dem Bus fahren konnte; die Fahrtdauer war nicht viel länger, der Preis dafür jedoch  unglaublich gering  im Vergleich zur Bahn. Für vierzehn Euro hin und zurück  konnte  ich  meine  Freunde  besuchen; mit der Bahn  war  es  immer so teuer, dass  ich  mir zwei Mal  überlegen musste, ob  ich fahre.

Als ich auf den Bus wartete, kamen mir erste Zweifel. Was, wenn Stau wäre? Naja, mit der Bahn  ist  man  auch selten pünktlich. Was, wenn wir einen Unfall hätten? Mhm, verunglücken  kann  man  immer. Was,  wenn  unangenehme Fahrgäste mit im Bus wären? Seien wir ehrlich –  schlimmer als ein Kegelclub  oder besoffene Fußballfans geht es kaum.  Ich  schob  meine Zweifel beiseite  und konzentrierte  mich  auf die Vorteile des Busses.  Ganz  abgesehen  vom Preis,  konnte  ich  mir  sicher  sein,  einen Sitzplatz zu haben.  Ich  musste  nicht nonstop  mein Gepäck bewachen. Die Lautstärke  im  Bus ist für gewöhnlich angenehmer   als im Zug.  Will  man  schlafen,  kann  man sich, sofern es  nicht zu voll ist,  viel  besser gemütlich hinlümmeln  als  im Zug. Das  reichte  für  mich,  um  wieder  überzeugt  vom Bus zu  sein.

Nachdem  meine  erste Fernbusreise angenehm verlaufen  war, nutzte  ich die neu entstehenden Strecken häufiger. Freunde  im Ruhrgebiet besuchen – kein Problem mehr, auch, wenn man knapp bei Kasse ist! Köln, klar,  immer  wieder!  Leider  fand die Stadt Köln die Fernbusse  am Bahnhof  jedoch nicht förderlich für den Verkehr (ja, ok, es  war  immer  ein riesen Stau…)  und  verbot  den Busverkehr dorthin; die Strecke muss  ich  nun  also  wieder  mit  dem Zug zurücklegen.

Etwas,  was  mir  als  Mensch  ohne  Auto  wirklich  nur  mit horrenden Ausgaben allein  für  die An –  und Abreise möglich  war,  waren Auslandsreisen. Fernbusse  machen  jedoch  auch  diese möglich. Als  mit  einmal der  Sinn  danach  stand,  nach  Amsterdam zu  fahren,  suchte  ich  auf gut  Glück  eine Busverbindung  dorthin – nun, kurz darauf  fuhr  ich  morgens  um  sieben los  nach Amsterdam!  Nach  wenigen  Stunden  war  ich da,  konnte  mich  dann acht Stunden vor Ort vergnügen  und  abends  wieder zurückfahren. Solche Trips  machen Spaß  und  sind mit dem Bus soviel angenehmer als mit  anderen Verkehrsmitteln;  auch  mit  meinen Eltern  fuhr  ich  schon  mit  dem Bus nach Amsterdam,  wobei sie feststellten, wie angenehm es ist,  nicht ewig aktiv Auto zu fahren oder Anschlusszüge bekommen zu müssen. Ja,  ich  weiß,  man  kann  mittlerweile  auch kurze Strecken  fliegen,  doch da  kommt  wirklich der Öko  in  mir raus. Der aggressive Öko,  um  genau  zu  sein.

Auf  einem Planeten,  den  wir sowieso  schon  durch  unser Verhalten zerstören,  meinen  wir,  für  den eigenen Komfort  noch  mehr Schadstoffe produzieren zu müssen. Davon abgesehen, dass ich Fliegen mit all dem Drumherum unglaublich unentspannt finde, verursacht es  einfach  unglaubliche Emissionen.  Aber  macht nichts,  wir  haben  schließlich so viele Planeten, auf  denen  wir  leben  können!  Wenn  es  uns  endlich gelungen ist, die Erde durch unser Konsumverhalten zu zerstören,  können  unsere Nachfahren irgendwo anders leben.  Weil  ich  ein  schlechtes Gewissen habe und mir bewusst bin, was für einen Schaden ich anrichte, wenn ich fliege, verzichte ich möglichst darauf. Zur Hochzeit  eines  Freundes  fuhr  ich  mit  dem Bus. Nach Paris. Das  war  entspannt und deutlich umweltfreundlicher, als zu fliegen. Zwar  ist  man länger unterwegs, doch für  mich  ist  in  einem  solchen Moment mein gutes Gefühl  wichtiger  als  mein Luxus.  Nichts anderes ist Fliegen schließlich. Fährt man  über  Nacht  mit  dem Bus – wie  nach Paris –  bedarf  es  ein  wenig Vorbereitung  und  schon hat man  auch  im Bus maximalen Komfort.

Weil  meine beste Freundin in England lebt, entwickle  ich  allmählich eine gewisse Expertise  in Fernbuslangstreckenreisen. Motiviert von der nächtlichen Fahrt nach Paris beschloss ich im vergangenen Jahr,  meine Englandweihnachtsreise  ebenfalls mit dem Bus zu bestreiten. Das hat, von  der Umwelt abgesehen, den Vorteil, dass  ich autark bleibe. Niemand  muss  mich  zum Flughafen  bringen  oder  abholen;  ich  kann  einfach alles mit Bus  und  Bahn organisieren und ganz entspannt reisen. Es ist außerdem auf eine angenehme Art abenteuerlich, nicht so genau zu wissen, wo man aus dem Bus purzelt.

Für  meine Englandreise fuhr  ich  zunächst  mit  dem Zug  nach Dortmund,  um  dort  in  den Fernbus zu steigen.  Selbigen verlässt  man  für  zwei Stunden,  wenn  man  mit  der Fähre  von Calais nach Dover  übersetzt.  Nach  weiteren zwei Stunden  kommt  man  dann  in London an, von wo aus es mit dem Zug nach York weitergeht. Letztes  Jahr  hielt  ich  mich  für gut vorbereitet;  ich  hatte Proviant, Bücher, Musik,  eine Jogginghose (schon vorsorglich am Dortmunder Hauptbahnhof angezogen), warme  Socken,  eine  Decke  und  ein  Kissen.  Mein  erster  Fehler  ging  mir auf,  als  ich mein Gepäck transportierte.  Es  war unhandlich und sperrig.  Einen großen Rucksack für Gepäck  und  einen  kleinen für den Bus zu nehmen,  war  nicht  wirklich intelligent. Zusätzlich zwei mittelgroße Taschen für Geschenke sowie Decke und Kissen zu haben,  auch  nicht. Naja, da musste  ich  durch. Der  zweite  Fehler  dämmerte mir,  als mein Handyakku schwächelte –  sich  erst  in  England einen Steckdosenadapter zu leihen, ist doof. So kann man auf der Fähre sein Handy nicht laden, weil die Ladestationen nicht wirklich funktionieren. Gut, das Handy blieb aus, bis ich Bescheid geben musste, dass ich bald ankomme. Der dritte und einzig wirklich schmerzhafte Fehler trat an’s Licht, als ich in London meine Zugtickets kaufte. Was im Onlinevorverkauf dreissig Euro kostet,  kostet am Abreisetag vor Ort plötzlich achtzig Euro. Ein Weg. Diese Erkenntniss tat sehr, sehr weh, nichtsdestotrotz musste ich die Tickets kaufen.

Weil  ich  aus  Fehlern  manchmal sogar  lerne,  plante  ich  für  meinen derzeitigen Urlaub besser. Die Zugtickets kaufte ich vorab online und musste sie  in London nur noch einsammeln. Mein Gepäck besteht aus einer robusten, geräumigen Tasche mit guten Rollen, sowie einem Rucksack. Decke und Kissen  zauberte ich erst vor der Abfahrt des Busses aus der Tasche. Einen Adapter  kaufte ich vor Reisebeginn und konnte so mein Handy auf der Fähre laden. Die sowieso  schon  entspannte Reise  war  somit  noch  viel entspannter!

Insgesamt war ich 23 Stunden  unterwegs, um von Münster nach York zu kommen; allein sechs Stunden davon waren Puffer,  weil  ich das Gefühl, gehetzt zu sein, nicht mag; der Puffer zwischen Bus und Zug erwies sich als genau  richtig, da eine Frau aus unserem Bus am Zoll nach  einer einstündigen Durchsuchung festgenommen wurde (Action pur, ich sage es euch!) und wir entsprechend später ankamen. Für die gesamte An – und Abreise gebe ich 180 Euro aus; dafür kann ich Unmengen an Gepäck mitnehmen, wenn ich will, und alles zeitlich angenehm gestalten. Mitnehmen, was ich will, solange es nicht zur Festnahme am Zoll führt, kann ich ausserdem.

Zusammenfassend ist am Ende dieses langen Textes zu sagen: Fernbusse & Co. machen Spaß! Probiert es aus!

Da ich erst Sonntag zurückfahre, gibt es  diese Woche nur das freitägliche Haarupdate; meine Freundin ist wichtiger als das Internet, so leid es mir für euch, meine Leser, tut.

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