… keine Angst vor dem Tod?

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17 Gedanken zu “… keine Angst vor dem Tod?

  1. Hej Silja!
    Starker Text, Respekt! Deine Einstellung zum Leben (und zum Tod) find ich super.
    Vielleicht schaffst du’s ja jetzt, mit deinem Opa Frieden zu schließen. 🙂 Meine Oma war auch scheiße zu ihren Kindern, aber die Zeiten waren andere. Ihre Kinder haben ihr verziehen und besuchen sie regelmäßig.
    Die Gefangenschaft in Russland während des zweiten Weltkriegs war für deinen Opa mit ziemlicher Sicherheit eine Nahtoderfahrung, ich kann dir da ein paar wirklich gruselige Bücher empfehlen, wenn du magst. 😀 Ich kann mir gut vorstellen, dass ihn das für den Rest seines Lebens gelähmt hat.
    Lg

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  2. Komische Sache, als Kind hatte ich Gedanken wie du „einfach nicht mehr da sein….“ da hatte ich Angst. Dann irgendwann, an dem Punkt solltest du bei deinem Alter auch sein, da ist der Tod einfach kein Thema, die Welt ist groß die Möglichkeiten und das Leben scheinbar, auf jeden Fall gefühlt, unendlich. Irgendwann holt er uns wieder ein, viel realer, viel näher aber irgendwie auch weniger schrecklich.

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    1. Ich denke nicht, dass die Einstellung zum Tod eine Frage des Alters ist, sondern vielmehr eine der Lebenserfahrung; dächte ich, das Leben sei unendlich, wäre das Angesichts meiner überlebten Krebserkrankung von Grund auf falsch.

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  3. Schön geschrieben! Ich kann mich deinem Fazit nur anschließen. Gerade durch das Tabuisieren und Verdrängen wird der Tod so unheimlich und beängstigend. Wir sollten uns einfach bewusst machen, dass der Tod nichts „böses“ ist. Er mag zwar das Leben beenden, aber ohne ihn wäre das Leben gar nicht erst möglich. Wenn ich darüber nachdenke, wie unglaublich gering die Chance ist, überhaupt jemals zu existieren, dann bin ich viel eher dankbar dafür, dass ich lebe, anstatt mich darüber zu „ärgern“, dass es irgendwann endet.

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  4. Ich mag ehrlich gesagt nicht darüber nachdenken, es würde mir die Freude am Leben nehmen. Als absolut nicht religiöse oder an irgendwas glaubende Person macht das für mich keinen Sinn. Denn dann wäre ja eh alles umsonst. Vielmehr betrachte ich das Ganze aus der Ferne und erfreue mich am Leben. Meine Grossmutter hatte ich auch länger nicht besucht, aber nicht weil sie böse war, ich konnte es nicht mitansehen und wollte die schönen Erinnerungen behalten, daher wollte ich sie auch tot nicht sehen, fand das sehe befremdlich. Nicht etwa weil es am 24.12. vor 10 Jahren war und ich erst 16, vielmehr weil ich es selbst nicht möchte, ausgestellt wie totes Fleisch in einer Vitrine…

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    1. Mhm, umsonst ist unser Leben in all seiner Vergänglichkeit im Endeffekt eh, denke ich. 🙂 Mir kann allerdings auch nichts so schnell die Lebensfreude nehmen.
      Ich wollte meine Großeltern sich nicht tot sehen, weil ich sie lieber in gut durchblutet in Erinnerung behalte.

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  5. Ich glaube viele Menschen gehen von der falschen Seite an den Tod heran. Als würde ihnen etwas weggenommen. Dabei ist das Leben nur ein Geschenk. Das vielseitigste und grösste vielleicht, aber niemand wird in alle Ewigkeit beschenkt.

    Ich habe auch gerne in der Illusion gelebt, unsterblich zu sein, und es ist nicht schön wenn die kaputt geht, aber ich glaube, die Angst vor dem Tod verliert sich, wenn man sich eine Weile mit ihm beschäftigt.

    Wir kommen und gehen, eine Weile wird sich ein Stück Universum bewusst, dass es ein Stück Universum ist. 😉

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  6. Mein Bruder und ich waren einem unserer Großeltern-Paare ebenfalls scheißegal. Wie bei dir waren es ebenfalls die Eltern meines Vaters. Mein Vater hat früher über Erlebnisse mit ihnen erzählt, aus denen seine Enttäuschung über ihre Gleichgültigkeit und Ungerechtigkeit ihm gegenüber im Vergleich zu seinen Geschwistern sprach. Als sich beides bei seinen eigenen Kindern, meinem Bruder und mir fortsetzte, war er … ja was eigentlich? „Gekränkt“ wäre hierfür ein zu schwaches Wort. Es gibt Dinge und Personen, bei denen es sich einfach nicht lohnt, einen Gedanken an sie zu verschwenden. Ich habe um meine Großeltern, die starben, als ich noch ein Kind war, keine Minute getrauert. Die Betroffenheit und Trauer beim Tod eines Menschen richten sich ohnehin nicht nach dem Verwandtschaftsverhältnis, sondern nach der emotionalen Verbindung, die man zu dieser Person gehabt hat.
    Und du hast völlig Recht: Der Tod gehört zum Leben. Aber trotzdem glaube ich aufgrund der Erzählungen meiner Eltern aus ihrer eigenen Jugend in einem Dorf im Weserbergland nicht, dass das Aufbahren der Toten zu Hause das Verständnis oder Verhältnis zum Tod damals entspannt oder normalisiert hat. Die Art und Weise, wie man damit umgeht, scheint mir eine Frage des Typs zu sein. Im Normalfall – also bei Todesfällen, bei denen der Verstorbene nicht grausam entstellt wurde – würde ich jedem empfehlen, sich ein letztes Mal an das Bett oder den offenen Sarg eines Toten zu setzen, wen einem dieser Mensch so wichtig ist, dass man sich von ihm verabschieden möchte. Die tatsächliche Präsenz macht es leichter, den Verlust zu arbeiten.
    Lass uns auf ein Jahr 2017 blicken, in dem es hoffentlich keine derartigen Verluste für uns geben wird.

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    1. Mhm, bei meinen anderen Großeltern habe ich ganz bewusst darauf verzichtet, sie noch einmal anzusehen; ich wusste auch so, dass ich sie nicht mehr sehen würde und wollte sie nicht als Leiche in Erinnerung behalten. Finde den Anblick nicht hilfreich zur Verarbeitung. 🙂
      Ja, der Hoffnung für 2017 schließe ich mich an!

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