… tschüss, Rollenbild?

Ich glaube nicht daran, dass Frauen alles können, was Männer können.

Ganz schlicht und ergreifend, weil ich nicht daran glaube, dass Fähigkeiten vom Geschlecht abhängen – jeder kann etwas besser als ein anderer Mensch.
Umso mehr stört mich, wie Frauen oftmals präsentiert werden.

Dass wir in Geschlechter eingeteilt werden, fängt bereits bei der Geburt an – du flutscht mehr oder weniger raus und dein Geschlecht wird verkündet; in Ordnung soweit, es gibt zwei biologische Geschlechter, die sich in der Anatomie sowie Physiologie unterscheiden. Dann geht es jedoch los; die erste Kleidung wird uns angelegt. Jungen blau, Mädchen rosa. Wer sich das ausgedacht hat, weiß ich nicht. Grün und gelb wären doch auch hübsch. Warum so viele Menschen, die blau und rosa sonst nicht mögen, das mitmachen, weiß ich erst Recht nicht. Muss man sich denn wirklich dem gesellschaftlichen Zwang beugen und sein Kind von Anfang an in eine Rolle stecken? Kann man nicht einfach mal sagen „Hey, ich mochte rosa noch nie, meine Tochter trägt grau.“? Kann auch schön sein!

Nachdem wir nun also bereits nach kurzer Zeit auf dieser Welt unsere Rolle auferlegt bekommen haben, werden wir ihr entsprechend erzogen; Mädchen machen Ballett, Jungen spielen Fußball. Jungen dürfen raufen, Mädchen nicht. Das gehört sich nämlich nicht. Für Mädchen. Bei Jungen ist das normal, die müssen schließlich feststellen, wer der Stärkere ist! Mädchen sind einfach schwach. Körperlich sowie emotional. Sie werden auch zu körperlich und emotional schwachen Frauen und sind dazu da, schön auszusehen!

Stimmt nicht? Hör mal auf, zu übertreiben?
Stimmt doch. Wir werden dargestellt, als seien wir Lustobjekte; gemacht, um zu gefallen, um sexy zu sein. Besonders deutlich wird das in der Werbung – Parfümwerbung ist da mein Favorit.
Riecht ein Parfüm in irgendeiner Art besser, wenn es von einer halbnackten Frau, die lüstern an einem Mann klebt, getragen wird? Wohl kaum. Dennoch wird es so beworben.
Ich weiß nicht, wie es bei euch ist, aber ich liege auch eher selten nackt auf dem Sofa und bedecke meine Scham nur mit einer Parfümflasche.
Ich übersehe dabei nicht, dass durchaus auch nackte Männer in der Werbung vorkommen – für gewöhnlich sind diese aber maximal oben ohne und sie sind deutlich seltener als nackte Frauen, die Parfüm bewerben.

Werbung wie diese prägt unser Frauenbild; wer nicht dem Mann Untertan ist und auf billige Anmachen eingeht, wird beschimpft, ist angeblich frigide, eingebildet, zickig. Heutzutage. 2017. Erschreckend, dass das immer noch so ist.

Um im Themenkomplex zu bleiben, widmen wir uns einmal Produkten, die uns auf unsere Geschlechter reduzieren – es ist kein Geheimnis, dass sogenannte Frauenprodukte teurer verkauft werden als identische Produkte für Männer; wer jedoch wegen der Farbe etwas kauft, statt auf den Preis und die dafür erhältliche Leistung zu achten, ist meiner Meinung nach selbst Schuld.
Was mich daran stört, ist alleine die Tatsache, dass Produkte speziell für Frauen auf den Markt gebracht werden. Darf ich mich als Frau nicht mit dem Einwegrasierer für Männer rasieren? Dann bin ich wohl eine ganz böse, ich mache das nämlich!
Davon abgesehen, dass ich als Erwachsene sowieso keine Überraschungseier essen dürfte, weil die für Kinder sind (https://sojakoala.wordpress.com/2016/09/14/aufs-alter-scheissen/), gibt es mittlerweile extra welche für mein Geschlecht! Juchhu, endlich kann ich geschlechtsspezifische Schokolade essen! Das ist so viel besser als diese schreckliche Unisexschokolade.
Sehr begeistert war ich von einigen Produkten für Mädchen und Frauen, die mir einmal eine Freundin zeigte; ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll und möchte sie euch nicht vorenthalten; Google hatte glücklicherweise passende Bilder parat.
Wie absurd kann es eigentlich noch werden?

Unsere wundervolle Einteilung in stereotypische Geschlechter wird auch in der Unterhaltungsindustrie voran getrieben – ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele Teeniefilme ich gesehen habe, in denen Mädchen als intrigant, dauerverliebt und quietschend präsentiert wurden, während Jungen lässig, gefühllos und stark dargestellt werden. Die Außenseiterrollen sind traditionell das Mädchen, das was auf dem Kasten hat und sich nicht schminkt und der Junge, der seine Gefühle zeigt und „weibliche“ Hobbys, wie beispielsweise im Chor singen, hat. Natürlich haben diese Filme einen gewissen Unterhaltungswert, doch die Stereotypen sind einfach desaströs.
Auch Filme mit erwachsenen Protagonisten bedienen unsere Geschlechterrollen immer und immer wieder; Frauen wollen heiraten und bekriegen sich mit ihren Widersacherinnen, derweil Männer versuchen, sich vor der Hochzeit zu drücken und sich unbedingt ausleben müssen.

Ob wir wollen oder nicht – wir übernehmen diese Rollenbilder und halten sie aufrecht. Wir geben Mädchen eine Puppe, Jungen ein Auto. Wir kaufen rosa Rasierer, weil wir Frauen sind und das schöner aussieht (naja, geht so). Wir unterstellen fremden Frauen, eingebildet zu sein, weil sie sich schminken, oder aber, öko zu sein, weil sie ungeschminkt rumlaufen.
Menschen, die aus den Rollenbildern fallen, beäugen wir nach wie vor. Statt sie einfach als Individuum zu sehen, sind wir entweder entgeistert oder voller Bewunderung, weil sie sich entgegen der ihnen zugewiesenen Geschlechterrolle verhalten; wie wäre es denn, wenn wir einfach jeden als das ansehen, was er ist? Ein Mensch. Wir sind kein Geschlecht und wir machen nach wie vor zuviel davon abhängig.

Ich wage kaum zu hoffen, dass sich diese Einteilung in Geschlechterrollen wandelt; solange meine Kollegin auf Kritik meinerseits mit „Hast du deine Tage?“ reagiert, ist klar, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben, bis wir Menschen nicht mehr auf ihr Geschlecht reduzieren.

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20 Gedanken zu “… tschüss, Rollenbild?

  1. Ich glaube nicht, dass Mädchen oder Junge sein alleinig auf die Erziehung zurück zu führen ist. Ich glaube, es gibt für unterschiedliches Verhalten der Geschlechter schon einen im Geschlecht verankerten Grund. Das begründet keine Diskriminierung, denn anders heißt nicht besser oder schlechter. Aber sich dagegen zu stemmen, ist Schwachsinnig. Trotzdem, kann jeder individuelle Wege einschlagen. Veranlagungen sind eben nur Veranlagungen und keine zwingenden unabdinbaren Schicksale. Die individuale variabilität des Menschen ist sehr groß.

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  2. „Hast du deinen Tage?“ Ist ja wohl immer noch die Spitze der Unhöflichkeit!!

    Vor ein paar Wochen habe ich auf einem Blog (shame on me ich weiß nicht mehr genau welchem) einen Beitrag einer Mutter in den Kommentaren gelesen, dass die sich nach der Geburt riesig über ihr Kind gefreut haben. Später als die Schwester zur Erstkontrolle kam und fragte, ob es ein Junge oder Mädchen sei, mussten die frisch gebackenen Eltern erst einmal selbst nachgucken, was es denn nun war, es war ihr Kind. nicht mehr und nicht weniger 🙂

    Ich verwende auch total gerne das Wort Mensch, weil es so schön neutral ist, es ist keine Wertung in irgendeiner Art und Weise möglich, das macht dieses Wort so perfekt für mich!

    Lieben Dank für deinen tollen Artikel!

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  3. Biologische gesehen gibt es wie du selbst schreibst, zwei definierte Unterschiede. Da ist es ganz natürlich, dass es diese Unterschiede auch in Gestik, Mimik, Aussehen und Verhaltensmuster gibt. Schließlich sind da auch die verschiedenen Hormone mit im Spiel. Was dein Artikel gut beschreibt ist wirklich dieses „Schubladendenken“. Und das ist ja auch geschlechtsübergreifend und fängt ja lediglich da an m.M. nach. Menschen in Schubladen zu stecken schafft ja auch irgendwo eine gewisse Sicherheit. Man hat eine Struktur und alles ist geordnet. Aber wehe dem, jemand hüpft aus der Schublade raus, in die er hineingesteckt wurde! 😉 Dann wird es besonders witzig! Darüber könnte ich mich immer köstlich amüsieren was viele Menschen auch meinen, ihnen angehen zu müssen…Leben und Leben lassen ist meine Überzeugung. Sofern kein anderer Mensch oder andere Lebewesen zu Schade kommen. Lg Nadine von Nannis Welt

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  4. Ich als Freund von Fakten möchte mal was einwerfen. Für die Menschen die bei der Thematik Geschlecht/Geschlechterrollen lieber mit Anekdoten kommen empfehle ich ein Buch:

    http://www.onleihe.de/static/content/springer/20110823/20511/v20511.pdf

    Ihr könnt es sogar direkt online lesen und müsst dafür bloß aus eurem festgefahren Denkmustern heraus und euch der Wissenschaft öffnen. Tut nicht weh und kostet nichts (bis auf den gesellschaftlichen Blickwinkel).

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    1. Scheinbar ist nur der Anfang für alle online lesbar. Da empfehle ich die nächste Universitätsbücherei aufzusuchen und es sich da anzusehen und gegebenenfalls auszuleihen oder zu Kopieren.

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  5. Was ich zu dem Bild vielleicht noch einfügen sollte: Es wird explizit als Gokart für Mädchen beworben.
    Wenn Mädchen wirklich anders lernten als Jungen, müsste es als logische Konsequenz für alle Bereiche separate Bücher geben, oder? Es gibt aber offenbar nur dieses – auffällig, da Mathe gemeinhin schon eine Männerdomäne ist.
    Ja, Huhn und Ei; bestimmt zeigen diese Filme, was viele denken oder sich wünschen, doch werden genau diese – meist realitätsfernen – Vorstellungen nicht immer wieder durch solche Filme angefeuert? Warum zeigen Filme nicht einfach mal die Realität?
    Ein “Hast du deine Tage?“ reduziert mich auf etwas rein weibliches; ein “Nicht gebumst?“ ist hingegen eine geschlechtsneutrale Frage. In der Situation gab es übrigens durchaus eine Antwort für mein Verhalten, aber das würde hier den Rahmen sprengen. 😀
    Ich hoffe, ich bin auf die wesentlichen Punkte deines Kommentars eingegangen und habe angesichts der Länge nichts übersehen; deinem Fazit stimme ich auf jeden Fall zu – man kann endlos über dieses Thema diskutieren. 🙂

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    1. Okay, bei dem Gokart bin ich dann wieder deiner Meinung, das gezielte werben muss nicht sein und ist falsch. Damit schießt sich die Firma eher selbst ins Knie, da Jungs ja vom ausgeschlossen werden. Kein Junge will ein Mädchenauto. Aber da frage ich mich dann auch wieder: Macht es einen so großen Unterschied? Würde man ein grünes Auto für Mädchen bewerben, würden Jungs das haben wollen? Würden Mädchen sich nicht auch ohne die gezielte Werbung, vielleicht aufgrund der schon genannten unterschiedlichen Farbwahrnehmung, eher dafür entscheiden und Jungs eher eine andere Farbe? Macht die Firma das vielleicht aus Erfahrung oder bewusst, weil es klar ist, dass mit der Farbe sowieso nur eine geringe Zahl an Jungs angesprochen werden würde?

      Genau diese Bücher gibt es ja. Such einfach Mal nach Büchern von PONS. Die haben nicht nur Mathe für Jungs und Mädchen, sondern auch einige Andere. Es ist genau das was ich in meinem Text sagen wollte. Du siehst in diesem Fall eine Ungleichheit, die gar keine ist. Ich vermute, es verkauft sich einfach besser. Oder es gibt, wie schon erwähnt, vielleicht wirklich Unterschiede beim Lernen.

      Die Realität will keiner sehen. Die sieht jeder täglich. Deswegen gibt es diese Filme nicht. Die Leute wünschen sich doch genau das. Es wird keinem gezeigt wie es sein soll, sondern das was die Leute sehen wollen. Du hast ja einige Beispiele genannt. Nehmen wir mal die Außenseiter. Wird in den Filmen gesagt, so und so haben Außenseiter zu sein oder sagen die Außenseiter: „Ja, das bin ich.“ Haben sich die Filmemacher das irgendwann einmal ausgedacht? Außenseiter sind jetzt einfach schlau und schminken sich nicht oder steckt in der übertriebenen Darstellung vielleicht doch etwas Wahrheit dahinter? Es sollen sich ja so viele wie Möglich angesprochen fühlen. Der „Streber“ soll sich genau so identifizieren können wie das dicke Mädchen, der, der ausgelacht wird genau so wie der, der geschlagen wird, usw..

      Genau das ist der Punkt. Macht eine geschlechtsneutrale Frage dabei wirklich einen Unterschied? Ja, die Periode ist rein weiblich. Wenn Männer ihre Tage bekämen, dann würden Männer diese Frage sicher auch gestellt bekommen. Es geht bei der Frage ja nicht darum gezielt etwas rein weibliches zu nennen, sondern einfach nur eine Begründung zu finden. Sollte es gezielt genannt werden, um mit der Periode die Frau als schwach darzustellen, dann stimme ich dir zu. Ich denke aber, dass das in einem solchen Fall, aber eher nicht der Fall ist.

      Sorry, ich kann mich nicht kurz fassen.

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  6. Vor gar nicht so langer Zeit galt pink noch als männlichere Farbe (nahe an rot für Krieg/Blut?) und blau als weiblichere ( Religon/ Jungfrau Maria?). Warum? Vielleicht, weil einem das so aufgezwungen wurde? Warum hat sich das ganze dann gedreht? Es ist ja so, dass Frauen Farben anders wahrnehmen als Männer und damit könnte man das auch begründen. Der Zwang hat sich vielleicht gelöst und die Industrie hat einfach darauf reagiert. Wenn sich gelbe Klamotten für Kinder nicht gut verkaufen, warum sollten sie dann produziert werden? Klar gibt es ausnahmen, aber die haben dann Pech gehabt. Genau so ist es auch bei den Pflegeprodukten. Frauen benutzen diese mehr als Männer und wollen auch mehr Auswahl. Warum das so ist kann ich nicht beurteilen, aber genau deswegen gibt es die Frauenprodukte. Wenn ich es teurer verkaufen kann, wenn drauf steht „für Frauen“, dann mach ich das auch. Das liegt denke ich an der Bequemlichkeit der Leute, die das kaufen. Es steht genau das drauf, was ich brauche, also nehme ich das. Bei Parfümwerbungen denke ich mir jedes Mal genau das Gleiche wie du. In jeder anderen Werbung wird das Produkt beworben, außer bei Parfüm. Dort sind immer Halbnackte, an Orten, an denen man nie im Leben die Flasche dabei hätte. Vielleicht regt das Gesehene ja irgendwas im Gehirn an, dass auch von einem guten Duft angeregt wird? Ich weiß es nicht.
    Zu den Bildern: Müsste dir bei dem ersten Bild nicht ein riesiges Fragezeichen über dem Kopf schweben? Es ist ein männliches Auto in einer weiblichen Farbe. Für wen ist dieses nun geeignet? Ist es nicht eigentlich ein Beispiel für ein gutes Rollenbild bzw. für ein nicht vorhandenes Rollenbild? Bei dem Buch könnte es ja wirklich sein, dass Mädchen anders lernen als Jungen. Ich kenne das Buch nicht, aber das würde mich wohl interessieren, ob es einen guten Grund dafür gibt oder ob es sich, ich vermute Mal, auch wieder aufgrund der Bequemlichkeit der Eltern verkaufen lässt. Ich vermute letzteres, aufgrund des Satzes „Aufgaben, die Mädchen begeistern.“ Darin sind dann vielleicht Textaufgaben, die die Interessen von Mädchen ansprechen. Doch werden diese dem Mädchen vorgelebt oder interessieren Mädchen wirklich andere Dinge als Jungen? Zu dem Tee fällt mir leider auch nichts ein, da stimme ich dir vollkommen zu. Vielleicht sind die Namen ausgegangen? Gibt aber auch viele andere Tees bei denen mich der Name verwirrt, deswegen würde ich da jetzt nicht direkt an ein Rollenbild denken. Wüsste jetzt auch nicht was an dem Tee jetzt „Frau“ sein soll. Es ist für mich einfach nur ein dummer Name.
    Bei den Filmen denke ich mir immer: Ist es vielleicht das, was sich die Leute wünschen? In Teeniefilmen geht es doch öfter auch darum sich mit den Personen zu identifizieren, oder? Das ist doch wahrscheinlich so wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei. Zeigt der Film mir wie ich zu sein haben soll oder zeigt der Film mir wie ich gerne wäre?
    Zu deinen letzten beiden Ansätzen: Für viele Leute muss es ein „normal“ geben. Ich nehme an, dass manche Angst haben, wenn sie eine Person nicht einschätzen können, deswegen bilden sie sich etwas ein, um dann beruhigt zu sein. Dort haben sich bestimmte Dinge etabliert. Dadurch, dass viele das genau so sehen wie sie selbst, fühlen die Personen sich vermutlich in ihrer Aussage bestätigt. Das hat aber finde ich auch nicht mit „Rollen“ zu tun. Du wirst gefragt, ob du deine Tage hast, klar. Sollte die Frage nun auch einem Mann gestellt werden? Nein, bei Männern gibt es dann andere Gründe, wie z.B. „Nicht gebumst?“ oder ähnliches. Es sind einfach Dinge mit denen versucht wird etwas zu erklären, worauf man keine Antwort hat.
    Ich finde das alles ist gar nicht mehr so schlimm, wie es dargestellt wird. Gut ist es auch nicht, es gibt gewiss noch große „Baustellen“, aber man sollte sich auch Gedanken darüber machen, ob vieles etwas mit einem Rollenbild zu tun hat oder ob es nicht einfach nur das ist was gewollt ist. Dabei meine ich jetzt nicht, dass ein gewisses Rollenbild verlangt wird, diese Leute soll es ja auch geben, sondern, dass es einfach wirklich Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt und diese vielleicht größer bzw. unbekannter sind als man denkt. Es gibt einfach Personen, die wollen Geschlechter gleicher machen als sie sind, genau so wie es Personen gibt, die Geschlechter ungleicher machen wollen als sie sind. Vieles ist nicht bestätigt oder es kann nicht erklärt werden warum es so ist wie es ist und deswegen endet eine Diskussion über dieses Thema nie.

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  7. Hätte ich den Beitrag vor 15 Jahren gelesen, dann hätte ich dir wahrscheinlich in jedem Punkt zugestimmt. Heute nicht mehr.
    Männer und Frauen sind unterschiedlich. Punkt. Und nein, der Unterschied liegt nicht einfach nur im Körperlichen. Das liegt auch nicht an der Erziehung. Das liegt uns einfach in der Natur. Und tut mir leid, wenn ich jetzt mit Neandertalern, Tierwelt und Urinstinkten daherkomme: Frauen sind nun mal biologisch darauf ausgerichtet, Kinder auszutragen und aufzuziehen. Es ist einfach so. Wir suchen uns ein potentes Männchen mit guten Anlagen, das in der Lage ist, uns und unsere Kinder zu versorgen. Und nein, ich bin kein Fan von alten Rollenbildern. Ich bin gerne unabhängig. Ein Mann, der aber zumindest zeitweise in der Lage ist, uns zu versorgen, macht das Leben um ein Vielfaches einfacher (da das heutzutage immer schwerer ist, übernimmt das jetzt der Staat). Und das heißt nicht automatisch, dass die Frauen sich unterordnen oder hilflos sind.
    Ich bin Mutter eines Buben und eines Mädels. Und ich hasse rosa! Aber du wirst nicht glauben, was meine Tochter am liebsten trägt! Genau! Rosa mit Glitzer! Bis zum Kindergarten geht das auch noch gut. Aber spätestens da kommen sie dann mit anderen Mädchen in Kontakt. Ich gebe mir Mühe es neutraler zu kombinieren. Aber da gibt es sowas wie einen eigenen Willen bei diesen kleinen Geschöpfen. Sie liebt auch Einhörner, Prinzessinnen und so weiter. Ich bin ja schon froh, dass durch Elsa das Faschings-Prinzessinnen-Kostüm immerhin blau sein darf. Der Bub dagegen ist halt ein Bub. Joar. Lego, Polizei, blau, grün … rot geht grad noch … die Feuerwehr ist ja schließlich auch rot. Wir haben ihnen das bestimmt nicht vorgelebt, weil ich selbst das eigentlich auch gar nicht unterstützen mag. Ich mag keine Pferde und auch kein Ballett. Aber was soll ich machen, wenn das Töchterlein sich das wünscht? Soll ich sie dann in Taekwondo stecken, gegen ihren Willen und weil’s mir lieber wäre? Ich kann jetzt ständig dagegen ankämpfen, aber dann beeinflusse ich sie ja auch wieder. Sie sollen sich ja frei entfalten, oder nicht?
    Wo ich dir zustimme: Wir sind alle Menschen, und es darf nicht sein, dass ein Geschlecht nicht die gleichen Rechte hat, wie das andere.
    Ansonsten sind wir halt nun mal einfach unterschiedlich. Und wenn man sich damit abgefunden hat, wird es auch einfacher.
    LG, Tina

    P.S.: Mein Bub ist übrigens froh über die rosa Ü-Eier, weil seitdem die Gefahr geringer ist, dass er rosa Püppchenkram in seinem normalen Ü-Ei drin hat. 😉

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    1. Natürlich sind Männer und Frauen unterschiedlich und ja, Frauen sich evolutionär bedingt ein potentes Männchen; nichtsdestotrotz fordern Kinder diese Dinge ein, weil sie es vorgelebt bekommen. Vorleben geschieht ja nicht nur zuhause, sondern, wie im Beitrag gezeigt, zu einem immensen Teil durch Medien jedweder Art. Solange ein großer Teil der Menschen sich diesen Rollenbildern fügt, kriegen Kinder sie vorgelebt.
      Bei mir fand übrigens ein umgekehrter Prozess zum deinigen statt – mir war früher egal, wenn eine klare Rollenvorgabe herrschte, finde das aber mittlerweile schrecklich. 😀

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    2. Ja, die Werbung ist schlimm! Ich muss gestehen, dass wir kaum Werbung schauen. Durch diverse Streaming-Dienste und die Möglichkeit Filme und Serien „on demand“ zu schauen, habe ich keinerlei Durchblick mehr, was gerade so für Werbungen laufen. Ich muss aber auch sagen, dass ich diese zwar schon immer als nervig empfunden habe, mir deren Aussage aber recht am Allerwertesten vorbeigingen. Ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, dass da irgendeine Frau sich ein Parfum kauft, weil sie meint, sie wäre dann genauso attraktiv wie Charlize Theron. Und ich glaube, wie ich abends in Schlumparklamotten auf der Couch lümmle, will eher keiner sehen. Ich nehm‘ das alles nicht so ernst. Wichtig ist, dass man die Kinder zu charakterstarken Menschen erzieht. Dann prallt das an denen ab.

      Bei mir war es tatsächlich so, dass ich als Kind dieses klassische Rollenbild vorgelebt bekommen habe. Die Mama daheim, Papa geht zur Arbeit. Ich MUSSTE rosa tragen und die heißersehnte Modelleisenbahn habe ich nie bekommen, weil das „nix für Mädchen“ ist. Ich kann mich noch heute an eine verhasste rosa Hose erinnern, oder das pinke Wollkostümchen mit lila Punkten, dass ich im Grundschulalter anziehen musste. Sobald ich alleine entscheiden konnte, was ich anziehe, wurden Röcke und die Farbe Rosa aus meinem Schrank verbannt. Meine Mutter war tieftraurig. Von daher wundere ich mich heute über meine Tochter, weil sie so ganz anders ist als ich. Aber ich weiß auch, wie sehr ich regelrecht darunter gelitten habe, etwas anzuziehen, das ich nicht mochte.

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    3. Mir fällt gerade tatsächlich eine Werbung ein, über die ich mich immer herrlich aufregen konnte: Herbal Essences, wo die Frauen beim Haarewaschen fast halb zum Höhepunkt kommen … WIESO??? Hab‘ ich nie verstanden … Aber egal. Übrigens mag ich deinen Blog! Ich schau‘ hier gerne vorbei! 😉

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  8. Ich kann dir nur zustimmen, schrecklich diese geschlechterspezifischen Produkte und die Rollen die wir in der Gesellschaft darstellen sollen. Meine Frau und ich gehen einen anderen Weg, wir haben vier Söhne und die dürfen auch mit der Puppenküche und dem Kaufmannsladen spielen.

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  9. Kann einigem nicht ganz zustimmen. Denn ist es nicht auch der Mann, der oft genug zum reinen Objekt stilisiert wird? Ich hatte die Freude, mich zwecks meiner Masterarbeit mit diesem Thema zu beschäftigen und ja, es gibt gewisse Muster. Allerdings schwenkt die Stimmung aktuell um. Oft genug werden nämlich mittlerweile Männer der Lächerlichkeit preisgegeben. Ganz so schwarz/weiß ist die Gesellschaft längst nicht mehr.
    Darüber habe ich auch schon einige Male geschrieben. Ist aber auch eine endlose Geschichte. 😉

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    1. Ich stimme dir zu, aber, wie du selbst sagst – eine unendliche Geschichte. Ich gehe zwar ausdrücklicher auf Frauen ein, doch hoffe ich, dass deutlich wird, dass ich generell ablehne, Menschen nach ihrem Geschlecht zu kategorisieren; spätestens im Schlusswort. 🙂

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