… Zahnputztabletten?

Nachdem ich bereits seit geraumer Zeit Bambuszahnbürsten benutze, war es an der Zeit, auch mein Reinigungsmittel umzustellen – es schwirrte mir schon lange im Kopf herum, also beschloss ich kurzerhand, meine letzte leere Zahnpastatube durch Zahnputztabletten zu ersetzen.

Zahnpasta war mir, wie so vieles, das ich umstelle, schon länger ein Dorn im Auge; auf der Suche nach veganen Zahnpasten (handelsübliche sind oft unvegan, weil im Herstellungsprozess Rindertalg verwendet wird) fiel mir auf, wie lang die Zutatenliste der meisten war. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ich massenhaft Stoffe brauche, um meine Zähne gründlich zu reinigen – insbesondere diverse Aromen sowie Farbstoffe sind wohl nicht nötig; auch Abriebstoffe, die unsere Zähne mithilfe von Plastik polieren, sind mir zuwider; im Endeffekt landen die Reste all dieser Stoffe in unserem Wasser.Die Zahnpasta, bei der ich im Endeffekt hängen blieb, hatte nur 13 Inhaltsstoffe; im Vergleich zu manch anderen Produkten ist das sehr wenig.

Vor einer ganzen Weile hatte ich schon von Zahnputztabletten gehört; eine Zahnpasta oder ein Zahnputzpulver selber zu machen, kommt für mich nicht in Frage, dazu kenne ich mich zu gut – eher würde ich meine Zähne nur mit Wasser putzen, als regelmäßig etwas anzurühren.
Übrigens gibt es auch durchaus Verfechter dieser Methode, jedoch möchte ich nicht wissen, wie meine chemotherapiegeplagten, oft zuckerhaltig ernährten Zähne aussähen, putzte ich sie nur mit Wasser.

Praktischerweise gibt es keine fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt einen Unverpacktladen; ich kaufte also probeweise zwölf Tabletten, als sich meine Zahnpasta dem Ende neigte, um erstmal auszuprobieren, ob ich das Putzgefühl mag.
Anfangs war es sehr ungewohnt; man zerkaut die Tabletten kurz und putzt dann mit der feuchten Zahnbürste nach. Ist der Mund beim Zerkauen zu trocken, kommt es schon mal zu einem kleinen Hustenanfall.
Da die Tabs keine Schaumbildner enthalten, entsteht ein ziemlich flüssiges Gemisch, das mich dazu zwang, nicht mehr länger während des Zähneputzens durch die Wohnung zu laufen. Ohne diese Schaumbildner ist es ausserdem nötig, die Zahnzwischenräume noch einmal bewusst zu bürsten; normalerweise dringen diese Stoffe dort ein und lösen Verschmutzungen – das zu übernehmen, schaffe ich dann aber doch noch ganz knapp.

Vom Putzergebnis war ich schon nach dem ersten Mal hemmungslos begeistert; meine Zähne waren glatt wie nie und blieben auch bis zum Abend so glatt, obwohl ich ganz normal aß. Auch der Atem blieb frisch, war aber nicht übermäßig minzig; das ist ein sehr angenehmer Nebeneffekt, da ich schon lange versuchte, nicht zu intensiv riechende Zahnpasta zu nutzen – der anhaltende Geschmack und Geruch waren seit Jahren extrem unattraktiv für mich.

Um nichts zu verschwenden, brauchte ich meine Zahnpasta auf, war jedoch währenddessen schon ganz versessen darauf, sie endlich los zu sein; hat man sich an die Zahnputztabletten gewöhnt, ist es toll, damit zu putzen.
Als die Tube leer war, kaufte ich mir eine Menge an Tabs, von der ich dachte, sie könnte ungefähr zwei Monate reichen; im Laden konnte ich nur schätzen, wieviel ich da in mein mitgebrachtes Pestoglas füllte.
Die Zählung zuhause ergab, dass ich für fünf Euro gut 140 Tabs gekauft hatte; bei täglich zwei Mal Zähne putzen komme ich damit also etwa zweieinhalb Monat aus. Das Preisleistungsverhältnis finde ich vollkommen angemessen.

Da ich ein Pestoglas im Badezimmer nicht allzu ansehnlich finde, kam die Secondhand – Tante in mir zum Einsatz; meine Zahnputztabletten befinden sich nun in einer Dose, die ich schon vor langer Zeit im Trödelladen mitnahm, um sie irgendwann einer Verwendung zuzuführen.

 

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Omakitsch erobert einfach immer mein Herz!

 

Auch jetzt, mehrere Wochen nach der Umstellung, bin ich noch ganz begeistert davon, mit den Tabs Zähne zu putzen; meine Zähne werden durch Zellulosefasern poliert, Natron sorgt für den richtigen PH – Wert im Mund, weichere Beläge entfernt Kieselerde. Unauffällige Aromen sorgen für etwas Frische, ohne dabei aufdringlich zu sein.
Ausserdem werden meine Zähne mit Fluorid versorgt; zwar gibt es die Zahnputztabletten auch fluoridfrei, jedoch gehöre ich ganz klar zu den Verfechtern dieses Stoffes; er ist in der Menge, die in Zahnreinigungsmitteln vorhanden ist, nicht schädlich, kräftigt aber meinen Zahnschmelz; seit meiner Chemotherapie ist das dringend nötig.

Wer nun scharf darauf ist, auch mal mit Tabletten die Zähne zu putzen, kann angeblich bei DM fündig werden; das ist mir jedoch noch nie gelungen.
Wer zudem gerne plastikfrei einkauft, jedoch nicht, wie ich, einen Unverpacktladen in seiner Umgebung hat, kann beispielsweise bei monomeer bestellen; der Shop bekommt laut eigener Aussage eine Großmenge Zahnputztabletten im Plastikbeutel geliefert und verkauft sie dann in Papiertüten weiter; das ist zwar keine vollständige Plastikvermeidung, jedoch meiner Meinung nach ein deutlich besserer Weg als lauter kleine Einzeltütchen.

Mehr dazu, wie ich versuche, mein Leben nachhaltiger gestalten, findet ihr bei Interesse in der Kategorie Öko? Logisch!; ausserdem freue ich mich natürlich auch, wenn ihr mir bei Gefallen bei Facebook folgt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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20 Gedanken zu “… Zahnputztabletten?

    1. Habe mir jetzt erst einmal die Bambus-Zahnbürste besorgt, werde darüber berichten. Ich würde auch gerne deinen Blog in meinem Bericht erwähnen, weil ich sie ja durch dich gekauft habe. Falls du das nicht möchtest, melde dich, dann nehme ich den Hinweis wieder raus. Und dann auch die Tabletten.
      LG
      Stefanie

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    1. Wenn man Kautabletten nicht mag, sind Tabs unter Umständen kritisch. 🙂
      Es gibt Zahnpasta am Stiel, die macht man wohl feucht, reibt die Zahnbürste drüber und lässt sie dann zum Trocknen offen stehen. Letzteres macht das für mich unattraktiv, in meinem Kopf sind dann irrationale Keimgedanken. Hätte ich die nicht, fände ich das Prinzip sehr cool.

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  1. Witzig, dass Du kurz selber anrühren als aufwendiger empfindest, als loszustiefeln um einzukaufen. Bei mir genau andersrum 🙂

    Ich nutze seit Kurzem selbst angerührte Zahnpasta und bin sehr zufrieden. Was der Zahnarzt sagt, wird aber erst noch aufkommen.

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    1. Das mit der Sauerei habe ich zum Glück im Griff. In 3 Minuten ist die Zahncreme fertig und die Zutaten habe ich eh immer im Haus: Kokosöl, Xylit, Natron und für den Geschmack Bergamotte – ist mir lieber als Minze.

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  2. Hallöchen,
    Wir versuchen gerade ebenfalls unser Badezimmer Plastikfrei zu bekommen und warten auch ganz ungeduldig auf den Tag, an dem die letzte Zahnpastatube zu ende geht.
    Da wir die Sparten Reiseblog (www.travelling-planet.de) und Naturblog (www.nature-in-pink.de) bedienen könnt es uns in beiden Bereichen auch sehr zu Gute.

    Danke für deinen Erfahrungsbericht ! Er bestärkt uns nochmal darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

    Beste Grüße
    Pia & Cris

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