… „Was sich neckt, das liebt sich.“?

Ja, warum eigentlich?
Warum sagen wir diesen absolut bescheuerten Quatsch, der meiner Meinung nach zu genau einer Sache führt: Unsicherheit.

Kennen wir das nicht alle?
Wir schwärmen für jemanden, vielleicht sind wir sogar ein wenig verknallt; wann immer wir die Person treffen, wird sich geneckt – mit dem Ergebnis, dass wir hinterher verwirrt zurückbleiben und uns fragen, was das denn nun sollte.
Mag derjenige mich? Sind die Neckereien wirklich so spaßig gemeint, wie wir denken, oder sind sie einfach lustig verpackte Bösartigkeiten?

Im Grunde könnte – und sollte man vermutlich – diesen Satz nicht wörtlich nehmen; Neckereien zeigen einfach Zugehörigkeit, Zugetanheit; sie müssen nicht unbedingt tiefere Gefühle zeigen. Nichtsdestotrotz beziehen wir es meistens darauf; kein Wunder, wird es uns doch von Kindesbeinen so beigebracht und auch in den Medien immer und immer wieder so präsentiert.
Egal, welchen Liebesfilm man sich ansieht; ohne liebevolle Sticheleien zwischen den Protagonisten scheint es nicht zu gehen. Teilweise bauen sogar ganze Handlungsstränge darauf auf; unterlegt wird das Ganze von thematisch passenden Liedern, wie beispielsweise „Cruel to be Kind“ in „Zehn Dinge, die ich an dir hasse“ (Im Film interpretiert von Letters to Cleo; das Original stammt von Nick Lowe – beide Versionen sind trotz des Themas empfehlenswert.).

Nun, da das Leben keine Hollywoodschnulze ist, kann man sich monate – oder jahrelang necken, ohne, dass man das Gegenüber am Ende heiratet; was bleibt, sind meistens Frust und Missverständnisse.
Warum jedoch bringen wir unseren Kindern solch krude Werte bei? Könnten wir ihnen nicht einfach beibringen, dass man zu Menschen, die man mag, nett ist und ihnen zeigt, dass man sie mag? Ist es so schlimm, Gefühle zu zeigen?
Lieber geben wir weiter, dass man zu anderen Personen spaßig – unfreundlich ist, wenn man sie mag. Komisch.

Selber nehme ich mich da übrigens nicht aus; ich necke, ich stichel. Ich kann das sogar wirklich gut und bis zum Exzess; genauso stürzt es mich aber auch in Verwirrung, wenn jemand, den ich gern habe, sich mir gegenüber so verhält. Manchmal sagte ich gerne „Hey, sag doch einfach mal, was du von mir willst! Was soll das?“ – dann aber denke ich, dass ich womöglich überinterpretiere; schließlich lernen wir, dass Neckereien zu einem normalen Umgang zwischen Menschen gehören.

Warum ich das hier schreibe?
Weil mir danach ist; seit Tagen schon. Ich glaube, wir sollten einfach mal überdenken, ob es nicht manchmal sinnvoll wäre, zu sagen „Du, ich mag dich!“ – für solche Gedankengänge ist so ein Blog ganz praktisch; einfach mal kurz sagen, was in mir vorgeht, ist schön!

Zu sagen, dass man jemanden mag, erinnert mich übrigens an einen meiner älteren Beiträge, in dem ich darüber schrieb, dass wir öfter „Ich liebe dich.“ sagen sollten.

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