… keine Pille mehr – plötzlich gesund?

Elf Monate ist es her, dass ich meine letzte Pille nahm – seit elf Monaten geht es mir immer besser!
Hätte ich das doch mal eher gewusst!

Letzte Woche war es wieder an der Zeit für meinen Kontrolltermin beim Neurologen; wie schon die letzten Male war es auch dieses Mal schwer, zu sagen, wer von uns beiden begeisterter ob der Entwicklung meiner Migräne ist.
Eifrige Soja Koala – Follower wissen bereits, dass sich meine Migräne seit Absetzen der Pille konsequent verbessert. Meine deutlich ausgeprägte Aura ist verschwunden, die Häufigkeit der Migräne hat sich enorm gesenkt (von ungefähr zehn Tagen im Monat auf drei bis vier) und die Intensität der Kopfschmerzen ist gesunken; häufig bin ich bei einem Migräneanfall zwar sehr müde, habe jedoch keine Übelkeit – man kann sich kaum vorstellen, wie enorm erleichternd das ist!
Aktuell ist das einzig Problematische, dass ich auf meine Migränemedikamente mit starker Abgeschlagenheit reagiere; meinem Neurologen zufolge kann die Reduktion der Dosis auf die Hälfte der bisherigen dieses Problem eventuell lösen, so dass ich es damit versuchen werde.

Da meine Migräne mittlerweile sehr vorhersehbar ist – zu Eisprung und Einsetzen der Menstruation – und ich auch ohne Aura bemerke, wenn sich eine Attacke anbahnt, kann ich ausserdem einen Trick probieren, den mir mein Neurologe verriet; weiß man, dass an einem bestimmten Tag die Migräne einsetzt, kann man bereits am Vorabend MCP nehmen (das regt die Funktion des Verdauungstrakts an; selbige ist bei Migräne verlangsamt) und eine viertel Stunde später Ibuprofen.
Dieses Vorgehen soll verhindern, dass die Migräne überhaupt entsteht und ist etwas, was ich sehr gerne ausprobieren werde; womöglich kann ich meine Attacken damit noch seltener werden lassen.

Die eigentlich faszinierendste Erkenntnis, die ich mittlerweile hatte und euch nicht vorenthalten möchte, ist unabhängig von meiner Migräne – es geht um meinen Heuschnupfen.
In den vergangenen Jahren wurden nicht nur meine Kopfschmerzen und meine Reizbarkeit immer schlimmer, sondern auch mein Heuschnupfen; die letzten drei Jahre hatte ich von Februar bis Dezember so starken Heuschnupfen, dass ich nur mit Cortisonspritzen und zusätzlichen Antihistaminika der stärksten Sorte halbwegs symptomfrei leben konnte. Die Jahre davor hatte ich leichten Heuschnupfen, der plötzlich aufgetreten war, obwohl ich nie auf etwas allergisch reagiert hatte.

Nun, oh Wunder, in diesem ersten Jahr ohne Pille habe ich plötzlich kaum noch Heuschnupfen – alle paar Tage brauche ich eine Tablette. Angesichts der restlichen positiven Entwicklungen, die seit dem Absetzen der Pille vonstatten gingen, glaube ich nicht an einen Zufall; ich glaube vielmehr, dass das Hormonchaos in meinem Körper sich auch auf den Heuschnupfen ausgewirkt hat. Ich bin gespannt, was ich noch so entdecke; bislang bereue ich kein bisschen, mich gegen die Pille entschieden zu haben! 

 

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7 Gedanken zu “… keine Pille mehr – plötzlich gesund?

  1. Diese Erfahrung mache ich auch gerade und bin wirklich ziemlich geschockt. Ich habe so viel und heftig chronische Migräne, dass man mir eine Schwerbehinderung darauf anerkannte. Unbefristet, mein Leben lang. 😦
    Nun habe ich die Pille abgesetzt und siehe da, es geht mir wieder etwas besser. Meine Migräne scheint also echt hormonell getriggert zu sein. Hammer.
    Ich verfolge deinen Weg hier mal mit. 🙂
    LG
    Maestra

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    1. Ich habe mich schon mal gefragt, ob das nicht eigentlich als Behinderung gilt!
      Ich hoffe, für dich wird’s ohne Pille auch so viel besser, das ist unglaublich befreiend!
      Liebe Grüße
      Silja

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  2. Ich habe mich von den Ärzten auf den Kopf stellen lassen wegen der Migräne.
    Mein erster Weg führte mich zum Orthopäden, da ich parallel zu den starken Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen auch heftige Nackenschmerzen hatte.
    Er war mir eine große Hilfe und gab mir den Tipp, meine Beschwerden auch beim Neurologen, der Augenärztin (hatte noch nicht lange eine Brille) und der Frauenärztin abklären zu lassen.
    Zuletzt war ich bei einem anthroposophisch orientierten Neurologen, der auch ein Buch über Migräne geschrieben hat.
    Der hat mir auch gute Tipps gegeben.
    Ich bin mir nicht sicher, ob meine Migräne rein hormonell bedingt war.
    Ich habe auch einige andere Dinge in meinem Alltag geändert, zum Beispiel gehe ich nahezu täglich zur gleichen Zeit ins Bett.
    Das kann auch viel ausmachen.
    Zu meiner Frauenärztin werde ich gehen um einen Hormonspiegel machen zu lassen.
    Sie meinte ich solle nach ca. 4 Monaten vorbei kommen, wenn ich noch keine Blutung habe.
    Ich habe jedoch etwas Angst, dass ich dann wieder mit Hormonen vollgepumpt werde…

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  3. Ich habe die Pille letztes Jahr im November abgesetzt und bisher nach der Abbruchblutung keine weitere Blutung mehr gehabt, was mir etwas Sorgen macht.
    Meine Migräne hat sich auch sehr verbessert seit ich die Pille nicht mehr nehme.
    Meine Libido ist wieder da und ich habe wieder ein besseres Körpergefühl.
    Liebe Grüße, Aletheia

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    1. Mhm, ich habe gelesen, dass es wohl Frauen gibt, die bis zu einem Jahr keine Menstruation bekommen nach dem Absetzen; hast du mit einem Arzt darüber gesprochen? Ich hatte mich seelisch auch schon darauf vorbereitet, habe aber einen erstaunlich regelmäßigen Zyklus.
      Ja, das bessere Körpergefühl habe ich auch! Ich finde mittlerweile auch immer mehr Frauen, wie dich z.B., bei denen sich die Migräne gebessert hat – seltsam, dass das trotzdem so selten auf die Pille zurückgeführt wird bei Diagnosestellung.

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