NW/SO – eine „Haarwäsche“?

231 Tage, also etwas mehr als acht Monate, ist meine letzte Haarwäsche her.

Während ich allgemein begeistert bin von der Entwicklung meiner Haare, musste ich vor zwei Wochen davon berichten, wie schrecklich sie zu diesem Zeitpunkt waren – zum Glück hat sich das wieder gebessert!

Wir erinnern uns – meine Haare wurden plötzlich unglaublich fettig und nahmen das Sebum nicht mehr auf; nichts half. Hinzu kam, dass ich deutlich mehr Haare verlor als üblicherweise; meine Babyhaare wuchsen zwar weiter, doch gleichzeitig fielen viele alte Haare aus.
Die erste Woche nach Erscheinen meines letzten Beitrags nervten mich meine Haare weiterhin ungemein; sie fetteten, meine Haut fettete und verpickelte dadurch, ich schwitzte – kurz gesagt, ich fühlte mich, als sei ich in der Hochphase der Pubertät. Die gefühlt 50 Grad in meiner Wohnung, kombiniert mit einem verbundenen Fuß, sorgten dafür, dass ich gar nicht gegen diese Ausschüttung an Körpersekreten ankam; ich gab es also für den Moment auf und beschloss, im Kanal schwimmen zu gehen, sobald es der Arzt erlaubte. Der Gedanke dahinter war, dass das überschüssige Sebum dann vielleicht verschwindet, ich aber nur mit einem Naturgewässer in Kontakt komme; irgendwann im Sommer passiert das unweigerlich.

Nun, am Dienstag war der Tag gekommen, für den ich meinen Kanalbesuch eingeplant hatte – leider wurde daraus nichts.
Der Arzt zog die Fäden, woraufhin mein Fuß wieder Wundsekret absonderte; die Fäden waren schon ein bisschen eingewachsen und aus dem Kanalbad wird somit noch nichts.
Weil ich allmählich dem Punkt nahe kam, nicht mehr abwarten zu wollen, ob meine Haare nochmal besser werden (sie fetteten schon etwas weniger, aber immer noch zu stark), suchte ich nach einer Lösung, die eine Haarwäsche vermied – wie gut, dass es Dienstag regnete!
Auf der Suche nach Abkühlung und Entfernung meiner Haarprobleme zog ich meinen Bikini an und stellte mich auf den Balkon. Ich ließ mich einfach einige Minuten nassregnen, als sei ich auf dem Rad in den Schauer geraten, ging dann wieder in die Wohnung und föhnte meine Haare – es half!
Die Haare waren noch fettig, jedoch deutlich besser als vorher.

 

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Links direkt nach dem Föhnen, rechts, nachdem das Sebum bereits eine Stunde einziehen konnte.

 

In den nächsten Tagen nahmen sie dann auch das Sebum, welches wieder deutlich weniger produziert wird, auf; kein Vergleich zu den letzten zwei Wochen!
Während ich nach dem Bürsten zuletzt immer das Gefühl hatte, mein Sebum nicht richtig verteilen zu können, weil es soviel war, ließ es sich nun wieder wunderbar verteilen und sorgte für weiches, sattes Haar; die letzten Wochen war es auch weich, aber eher schmierig, wenn ich gebürstet hatte.
Gestern sah es nach dem Bürsten wie folgt aus; ich bin zufrieden, zog das Sebum danach doch gut ein!

 

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Wenn ich meine Haare nach einem Tag zusammengebundenen Tragens aufschüttle, ist es fettiger, als es vor meiner Fetthochphase war, aber nicht mehr unerträglich; der Hinterkopf fettet dabei deutlich mehr als die vorderen Haarpartien.
Seit meinem Regenexperiment ist das Haar ausserdem wieder sichtbar besser geworden.

 

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Ein Wunder!

 

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Hier einmal der Vergleich zwischen Dienstag und gestern; offenbar fanden meine Haare den Regen wirklich gut! Man sieht ausserdem, dass ich allgemein wieder weniger fette – die Haut glänzt nicht mehr so schrecklich.

 

Stehe ich morgens auf, mag ich meine Haare endlich wieder; sie könnten noch unfettiger sein, doch wenn ich bedenke, wie sie vor zwei Wochen aussahen, ist das wirklich toll!

 

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Irre übrigens, wie wenig von meinem bunten Haar noch da ist! Im Oktober begann der farbige Anteil noch auf Höhe des Brillenbügels.

Während ich auf dem Sofa lag und mich über meinen schwitzenden, fettenden Körper aufregte, fiel mir auf, dass das im Sommer eigentlich schon immer so war – meine Haare fetteten schneller als sonst; ich bemerkte es nur bislang nicht, weil ich sowieso immer fleissig wusch. Sommer ist also doof für meinen Körper!
Da ich bei diesen Temperaturen sowieso fast immer die Haare zusammen habe, finde ich in Ordnung, wenn sie im jetzigen Maße weiter Sebum produzieren; ich trage sie meistens zusammen, weil ich im Nacken klebende Haare nicht haben kann, so dass es sowieso nicht weiter auffällt.

Zur Freude darüber, dass ich nicht mehr nonstop fette, gesellt sich ausserdem Verwunderung über mein Haarwachstum; der verstärkte Haarausfall hat wieder nachgelassen und ich habe überall neue Babyhaare sowie ganz schön lange ehemalige Babyhaare; als ich meine Haare für die Fotos zu sortieren versuchte, wusste ich gar nicht, wohin mit meinem Scheitel – am Ansatz sind so lange Haare, die mir in die Stirn hängen und da früher nicht waren!
Ich bin gespannt, was der Sommer im weiteren Verlauf mit meinen Haaren anstellt; wenn die Minikrusten am Fuß weg sind, werde ich auf jeden Fall im Kanal schwimmen.

Neue Besucher von Soja Koala finden alle bisherigen Beiträge zu meiner etwas ungewöhnlichen Haarpflege hier; ausserdem bin ich manchmal ein bisschen öko, koche, mache mir viele, viele Gedanken und erzähle davon, wie ich durch das Absetzen der Pille fast vollständig migränefrei wurde – wer mag, kann gerne ein wenig stöbern!

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12 Gedanken zu “NW/SO – eine „Haarwäsche“?

  1. Hallo Silja!
    Ich bin jetzt erst auf deinen Blog gekommen, 231 (+8) Tage sind ja echt schon eine verrückt lange Zeit! Total spannend, das Experiment zu beobachten. Über das wieso weshalb warum lese ich jetzt mal die älteren Beiträge zu dem Thema!
    Viel Erfolg beim Nicht-Waschen weiterhin und liebe Grüße 🙂

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  2. Ach so, wollte noch ergänzen: Leitungswasser ist meist ziemlich hartes Wasser und macht die Haare extrem klebrig und sie sehen echt sch…e aus hinterher. Deswegen verstehe ich gut, dass du lieber im Kanal im weichen Wasser schwimmen willst.

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  3. Hallo Silja,
    bei mir sind es nun auch 3 Monate NW und mir ist aufgefallen, dass nach dem Training, wenn man so richtig schön schwitzt (natürlich bürste ich den angetrockneten Schweiß wieder aus!), die Haare dafür am nächsten Tag nach dem Ausbürsten richtig schön sind.
    Und des Weiteren kann ich bestätigen, die letzten Wochen habe ich auch viel extremer gefettet als vorher. Ich war auch kurz schon davor, sie mit gefiltertem Wasser mal durchzuspülen vor Verzweiflung… habs aber nicht gemacht. Wobei das bei mir noch nicht richtig zählt, es sind ja „erst“ drei Monate, ich glaube nicht, dass ich schon richtig eingependelt bin.
    Lg Steffi

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    1. Hi Steffi!
      Den Effekt mit dem ausgebürsteten Schweiß hatte ich auch, als ich kurzzeitig wieder sportlich war! 😄
      Mit drei Monaten bist du aber ja auch schon ein Weilchen dabei! 🙂
      Liebe Grüße
      Silja

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  4. Hey, was spricht denn gegen Leitungswasser? Das ist das sauberste Wasser, dass du kriegen kannst. Minimale Menge Chlor vielleicht. Auf jeden Fall reiner als Kanalwasser, was in Flüssen schwimmt ist gruselig. (Der „Kanal“ heißt bei Dir wohl ein Fluss?)
    Verfolge Deinen Blog nun schon eine Weile mit großem Interesse, vielen Dank für die vielen Infos! 🙂

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    1. Nichts spricht gegen Leitungswasser, sofern man seine Haare wäscht, aber ich wasche sie ja nicht. 😄
      Der Kanal ist ein Kanal. 😉 Der Dortmund – Ems – Kanal. Der ist bestimmt dreckig, aber das ist mir für den Sommer egal. 😄
      Freut mich, dass dir mein Blog gefällt! 🙂
      Liebe Grüße
      Silja

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    2. Ja, ok, aber jetzt habe ich immer noch nicht verstanden, wieso Du das Sebum in diesem Spezialfall mit Kanal- oder Regenwasser rauswäscht, aber Leitungswasser nicht in Frage käme. Das klingt irgendwie etwas esoterisch. 😉

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    3. Achso, mir war nicht bewusst, dass du es als rauswaschen siehst. 😄 Esoterik liegt mir fern. 😉
      Ich wollte mein Sebum gar nicht rauswaschen, nur ein bisschen einarbeiten. 😄 Nach Regengüssen fühlt sich das Haar immer sehr schön weich an, weil das Sebum dann wieder besser aufgenommen wird, daher das im Regen Stehen.
      Wenn ich in den Kanal gehe, geht’s auch nicht ums Auswaschen, es ist nur ein unvermeidbarer Nebeneffekt, dass die Haare dann nass werden und dann vermutlich auch so schön weich wie nach Regen. Nicht schwimmen zu gehen, damit bloß kein Wasser an die Haare kommt, wäre mir zu dogmatisch; das “NW“ steht aber ja auch nur für “no wash“, nicht “no water“. 🙂

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